Durchgehört

Die Säulen der Erde

Der Inhalt

England im 12. Jahrhundert. Der Erbfolgekrieg zwischen Stephan von Blois und Mathilde tobt durch das Land und in der kleinen Priorei Kingsbridge wird eine Kirche gebaut. Über den Zeitraum eines Menschenlebens folgen wir Jack Jackson, dem Mönch Philipp und Aliena, Tochter des Grafen von Shiring und erleben die Höhenund Tiefen ihrer Leben. Ihnen gegenüber stehen der Priester Waleran Bigod, William Hamleigh und Alfred Builder. Es wird eine Kathedrale gebaut und eingerissen, es werden Kriege geführt und intregiert.

Die Handlung des inzwischen gut 20 Jahre alten Romans ist wahrscheinlich inzwischen keine Überraschung mehr. Auch der Erzählstil von Ken Follett dürfte den Meisten inzwischen bekannt sein, so dass die Einstufung als FSK 16 für das Hörspiel nicht verwundert: die erste explizite Gewaltszene ist schon der Auftakt, den ersten Sex gibt es nach gut einer Stunde. Danach wechseln sich Gewalt und Sex munter ab. Allerdings stört es die Handlung nicht und in den meisten Situationen hat man nicht das Gefühl sich fragen zu müssen wie diese Szene jetzt die Handlung oder die Charaktere weiter bringt (was mir bei George R. R. martin und
Diana Gabaldon so einige Male passiert ist).

Erzähltechnisch merkt man der Geschichte ihr Alter ein wenig an, vorallem wenn man die Charakterentwicklung und das Niveau der Intriegen mit der Westeros Saga von George Martin vergleicht. Die meisten Charaktere entwickeln sich nicht weiter, William Hamleigh bleibt der grobschlächtige, dümmliche Brutalo der er schon zu Beginn des Buches war und auch sein Wechsel durch die verschiedenen Ämter und Parteien scheinen keinen Einfluss zu haben. Ähnliches gilt für Alfred Builder. Tom und Jack bleiben die aufrechten Optimisten und nur bei Philip und Aliena kommt es mal zu einer kurzen Episode in der Ereignisse der Geschichte einen Wechsel der Grundgemütslage führen. So fällt es leicht seine Sympathien und Antipatien zu verteilen und man muss sich auch nicht mehr umgewöhnen.

Tut das der Geschichte einen Abbruch? Nein, nicht wirklich. Ken Follet erzählt in einer Art, die an die Geschichte fesselt und den Hörer mit den Protagonisten mitleiden lässt. Man ärgert sich wenn die Antagonisten mal wieder die Oberhand gewinnen und freut sich wenn sich das Blatt wieder wendet. Alles in Allem eine leichte aber unterhaltsame Lektüre mit einem vielleicht etwas zu gutem Ende.

Das Hörbuch

Nachdem der WDR die Säulen der Erde schon einmal als Hörspiel veröffentlichte, hat sich Lübbe Audio der ungekürzten Lesung angenommen. Tobias Kluckert liest das fast 50 Stunden lange Werk in einer sehr angenehmen Art und Weise, so dass man auch gerne mehrere Stunden am Stück hören kann wenn man die Zeit dazu findet.

Wer die Audible Version kauft bekommt 6 etwa gleich große Teile mit jeweils etwa 8 Stunden Spielzeit zum Download. Was praktisch sein mag wenn man auf sein Datenvolumen oder den Speicherplatz achten muss kann zu überraschenden Pausen im Hörgenuss führen wenn man den nächsten Teil nicht dabei hat. Die übergänge zwischen den Teilen sind aber glücklicherweise mit etwas Verstand gesetzt, so dass die Handlung nicht völlig willkührlich abbricht und man nicht völlig in der Luft hängt am Ende eines Teils.

Das Fazit

Die Säulen der Erde sind eingut gemachtes, technisch einwandfreies Hörbuch. Dem Sprecher hört man gerne zu und er schaffft es auch keine Monotonie aufkommen zu lassen. 50 Stunden Spielzeit bieten aber auch leider viel Platz für Längen (für die nur Ken Follett etwas kann), so dass man auch mit der deutlich kürzerern Hörspielfassung keine erheblichen Einbußen bei der Geschichte hinnehmen muss. Wer also wenig Zeit hat kann hier gerne zu greifen. Allen anderen empfehle ich aber die ungekürzte Version. Es lohnt sich.

Das Wichtigste in Kürze

Autor: Ken Follett
Sprecher: Thomas Kluckert
Spieldauer: 48 Std. 48 Min.
Sprache: Deutsch
Anbieter: Lübbe Audio

Säulen der Erde coverbild

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